Damen bleiben in 2. Bundesliga

Die Reise unserer Damenmannschaft nach München zum Aufstiegsspiel in die 1. Bundesliga gegen das hoch favorisierte Team vom GC Solitude Stuttgart endete am Sonntag mit der allseits erwarteten klaren Niederlage.

„Mit der Meisterschaft der 2. Bundesliga Mitte und der Teilnahme am Aufstiegsspiel hatten wir unser Soll für 2021 schon mehr als erfüllt. Das Aufstiegsspiel selbst buchen wir unter „Erfahrung sammeln“ ab. Es hilft uns sicher, sollten wir in den kommenden Jahren wieder in eine solche Situation kommen“, beschreibt Kapitänin Andrea Pfersdorf die Ausgangslage.

Vorgesehen waren 3 Vierer und 6 Einzel, jeweils im Lochspielmodus. Sieger ist, wer zuerst 5 von möglichen 9 Punkten erreicht. Aufgrund einer Gewitterwarnung wurde der Spielplan kurzerhand gedreht, sodass um 8:15 mit den Einzeln gestartet wurde.
„Die Stuttgarter wollen unbedingt die Rückkehr in die 1. Bundesliga und sind mit der denkbar stärksten Mannschaft angetreten. Ein Blick auf deren Handicaps macht das deutlich. Die Spanne reichte von -2,5 bis -6,5, eine absolut bundesligataugliche Truppe“, analysierte Ersatzspielerin und Caddy Sabine Merdian.
Maxime Holletschek ging als erste auf die Runde und bekam mit Helen Briem gleich den dicksten Brocken vorgesetzt. Die 15jährige Ausnahmespielerin Briem ist unter anderem deutsche Lochspielmeisterin der Damen und für das Solheim-Junior-Team nominiert. Gegen die Handicap -6,3-Spielerin gestaltete Maxime das Match auf den ersten 9 Loch ausgeglichen, musste sich aber schließlich an Loch 15 geschlagen geben.

Sophie Hempel war erst in der Nacht von Holland angereist, wo sie 3 Tage-lang an den Dutch-Open teilgenommen hatte. Wer eine ausgepowerte oder übermüdete Hempel erwartete, wurde angenehm überrascht. Sophie war hellwach und gestaltete das Spiel bis zuletzt offen. Ein Sieg am letzten Loch hätte ihr ein Unentschieden und damit 0,5 Punkte eingebracht. Die Ausgangslage war gut. Sophie hatte den Ball perfekt in Stocknähe platziert, während ihre Gegnerin Kasparek (-2,7) einen 7-Meter-Putt vor sich hatte. Es war bezeichnend für den Flow der Stuttgarter, dass sie den Putt sicher lochte und Hempel damit leer ausgehen ließ.

Ein wirklich bitteres Los hatte Inga Nahtz gezogen. Sie spielte hervorragendes Golf, musste trotzdem ein ums andere Mal Sophie Zeeb ( -3,6) den Lochgewinn überlassen. „Zweimal wurde mein Birdie-Ergebnis mit einem Eagle ausgekontert“, bringt Inga die Problematik auf den Punkt. Bereits an Loch 12 musste Inga der Stuttgarterin gratulieren.
Etwas ausgeglichener gestaltete sich das Match von Marie Martin gegen Katharina Anglett (-5,3). Die 14-Jährige konnte lange Zeit einen 1-Loch-Rückstand konservieren. Erst auf den zweiten 9 zog Anglett davon und sicherte sich an Loch 16 den Punkt.
Da die Stammspielerinnen Katja Müller und Patricia Schäfer studienbedingt bereits in den USA weilten, kam das 12-jährige Toptalent Anna Bonerz zu ihrem ersten Bundesliga-Einsatz. Gegen die, mit 30 Jahren älteste Spielerin der Stuttgarter, Dr. Hanne Gerding (-2,0) konnte sie an Loch 8 sogar mit einem Punkt in Führung gehen. An Bahn 10 musste Anna einen Ausball hinnehmen, der sie wohl etwas aus dem Rhythmus brachte. In der Folge zog Gerding an ihr vorbei und nahm an Loch 16 den Sieg-Handschlag entgegen.

Für den einzigen Zähler auf EGW-Seite sorgte schließlich Marie Baertz. Sie lag gegen Chiara Jetter (-2,9) auf Bahn 16 All Square als sich die Spielerinnen, weil zwischenzeitlich die Stuttgarter 5 Siegpunkte eingefahren hatten, auf Punkteteilung einigten und das Spiel abbrachen.
„Wir haben uns nach den Einzeln darauf geeinigt, dass wir die Vierer nicht mehr spielen. Es wäre ja nur noch eine kosmetische Ergebniskorrektur ohne Bedeutung möglich gewesen“, begründete die Kapitänin.
Bei der Einspielrunde am Samstag herrschte plötzlich Aufregung im Team. Der, aus dem Fernsehen bekannte Lond-Drive Weltmeister und Trainer/Freund von Bryson Dechambeau, Martin Borgmeier, tauchte auf der Range auf und stellte sich für ein Erinnerungsfoto zur Verfügung. „Seine Oberarme sind dicker als meine Oberschenkel“, zeigte sich Vorcaddy Klaus Veith sichtlich beeindruckt.
(kv) Gut gelaunt, trotz Niederlage

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